Diese Tage in Terezin
Montag, 27. Juli 2026 19:30 - 21:30
Betsaal
Drei Frauen besuchen gemeinsam die tschechische Stadt Terezin („Theresienstadt“).
Ihre Motive sind so unterschiedlich wie ihre persönlichen Hintergründe:
- Sängerin Victoria ist Israelin und sucht für sich nach einem Weg, den Holocaust zu verstehen.
- Filmemacherin Sibylle kehrt in die Stadt zurück, an der ihre deutschen Eltern im Urlaub immer vorbeifuhren, aber nie anhielten.
- Lena, nach Israel ausgewandert, möchte Karel Švenk, den ‚Chaplin von Theresienstadt‘, posthum ehren.

Zwischen Sibylle Schönemanns bekanntestem Film, Verriegelte Zeit, der 1991 unter anderem in Jerusalem lief, und Diese Tage in Terezín (Forum 1997) über den Getto-Kabarettisten Karel Švenk, genannt der „Chaplin aus Theresienstadt“, liegen sieben Jahre. Zwar machte sie in dieser Zeit mehrere Filme, gedanklich und recherchierend aber war sie seit der Israel-Reise vor allem bei einem Thema: der Shoah. Auschwitz und Meuselwitz hießen die weiteren Stationen des begnadeten Unterhaltungskünstlers Švenk. Beim Todesmarsch nach Mauthausen verstarb er. 50 Jahre später wandert Schönemann mit der Autorin Lena Makarova und der israelischen Sängerin Victoria Hanna Gabbay durch die Straßen von Terezín. Das Faszinierende an ihrer Spurensuche ist, wie mit jeder neuen Begegnung mit Menschen, die den Kabarettkünstler kannten, ein immer größeres Netzwerk geknüpft wird, in dem ein Dialog sowohl der Kulturen (Tschechisch, Hebräisch, Deutsch, Englisch – alle sind hier polyglott) als auch der Generationen gepflegt wird. Und damit auch Erinnerung: an das Lachen im und als Widerstand, an die Lieder, nicht zuletzt den „Theresienstädter Marsch“. Ein kluger, radikal offener Film. Eine Aufstandsgeste. [Quelle: Berlinale 2024]